PM: Querdenken in Nürnberg – Ein Fanal an die Leugner:innenszene

Wir dokumentieren unsere Pressemitteilung vom 3.1.2021 im Nachgang an die Corona-Leugner:innen-Demonstration in Nürnberg.

Der Nürnberger Ableger der Querdenken-Bewegung hatte für den 03.01. eine
bundesweite Großdemonstratiom in Nürnberg angemeldet. Die
Versammlungsbehörden hatten diese Versammlung verboten. Stattdessen
mobilisierten die Corona-Leugner:innen zu einer Versammlung auf dem
Hauptmarkt. Antifaschist:innen protestierten den ganzen Tag gegen die
Verschwörungsideolog:innen. Die antifaschistische Initative „Das
Schweigen durchbrechen“ führten auf dem Hauptmarkt gemeinsam mit der
Interventionistischen Linken, der Gruppe Antithese, Fridays For Future
und der Antifaschistischen Linken Fürth eine Gegenkundgebung unter dem
Titel „Solidarität statt Verwörungsideologie – Antifa heißt Maske auf“
durch.
Hierzu erklärt Marek Berger, Pressesprecher der antifaschistischen
Initiative „Das Schweigen durchbrechen!“:
„Was wir heute Abend in der Nürnberger Innenstadt beobachten durften war
ein Totalversagen der Polizei. So richtig es ist, auch in der
Pandemiesituation politische Versammlungen zuzulassen, darf es doch
nicht sein, dass Pandemie-Leugner:innen sich ihre eigenen Regeln machen.
Knapp 600 Menschen nahmen an der Versammlung der Querdenker:innen teil.
Sie standen eng gedrängt. Oft ohne Maske. Das darf nicht zugelassen
werden. Antifaschistische Recherchen deuteten darauf hin, dass die
Corona-Leugner:innen zu dieser Versammlung mobilisieren werden. Hätte
man die Lage im Blick gehabt, hätte man mit dieser Situation rechnen
müssen und entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Den
Verschwörungsideolog:innen dann auch noch die Möglichkeit zu geben einen
Demonstrationszug durch die Innenstadt, sowie eine weitere Kundgebung
durchzuführen, und immer nur nett zu bitten, sich doch an die
Infektionsschutzmaßnahmen zu halten, ist eine Verhöhnung des
medizinische Personals, das seit Wochen an der Kapazitätsgrenze ist.“
Auf Twitter dokumentierten verschiedene Journalist:innen und
Aktivist:innen den Tag durch Videos, Bilder und Textbeiträgen. Unter
#nbg0301 ist dies abzurufen.
Berger erklärt hierzu weiter:
„Auf Twitter ist dokumentiert, wovor wir schon vor Tagen in einer
Pressemitteilung gewarnt hatten: Redner:innen, die
Verschwörungsideologien über die Pandemie mit antisemitischen Codes
verbreiten und dafür von hunderten bejubelt werden. Individuelle
Rücksichtslosigkeit, die billigend Tote in Kauf nimmt, versteckt hinter
Schlagworten wie „Freiheit“. Neonazis, die an Versammlungen teilnehmen.
Wir müssen vehement betonen: Während der Vormittag für die
Querdenken-Bewegung ein mittelschweres Desaster war, wird die
Versammlung heute Abend in der Szene als voller Erfolg gewertet werden.
Wir wissen aus der Auseinandersetzung mit anderen rechten Bewegungen,
dass solche Erfolge als Fanal auf die eigene Szene wirken. Die Bewegung
wird man nur dadurch Schwächen, wenn man ihnen diese Events nimmt. Der
heutige Abend hat mal wieder gezeigt, dass wir uns dabei nicht auf die
Sicherheitsbehörden verlassen können, sondern wir das nur als kritische
Zivilgesellschaft erreichen können. Auch daher danken wir heute allen
Antifaschist:innen, die auf der Straße waren und gezeigt haben, dass man
selbst in einer Pandemie solidarisch und verantwortungsvoll den eigenen
Protest auf die Straße tragen kann.“

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